Die Tesch-Lagen

 

Löhrer Berg – einst leer, jetzt voller Potenzial

Der Löhrer Berg ist eine der Lagen, die Martin Tesch für einen seiner Lagenweine auserkoren hat. Farblich in markantem Grün gehalten, bündelt die Flasche die pure hochmineralische Kraft der Lage.

Seinen Namen erhielt der Löhrer Berg durch die gähnende Leere, die hier Ende des 17. Jahrhunderts herrschte. Einst mit allerlei verschiedenen Rebsorten bepflanzt, wurde er gerodet und lag brach. 1688 entschied der Pflälzer Kurprinz Philipp Wilhelm, der Löhrer Berg sei erneut zu bestocken, diesmal ausschließlich mit Riesling. Deshalb ist die Lage heute eine der ältesten Riesling-Weinberge an der Nahe. Natürlich sind hier für Martin Tesch nicht mehr diese uralten Reben von damals im Einsatz. Diese holte sich 200 Jahre später die Reblaus und der Rest musste auch irgendwann einmal jungen Reben weichen. Trotzdem weist der Löhrer Berg heute ein mittleres Rebenalter von stolzen 30-40 Jahren auf.

Neben den Reben sind für Martin Tesch natürlich auch andere Faktoren im Löhrer Berg besonders wichtig. Zum einen ist die Ausrichtung der Lage perfekt nach Süden, was für reichlich Sonneneinstrahlung sorgt. Das garantiert zwar noch keine sichere Reife in jedem Jahr, doch der Löhrer Berg gibt in Sachen Ausrichtung sein Bestes.

Auch in Sachen Steigung ist der Löhrer Berg mit 20 bis 50% für Nahe-Verhältnisse nicht schlecht ausgestattet. Sein größtes Pfund ist allerding der feine Sandboden unter dem Kies hervortritt. Danach folgt schwerer, mineralischer Lehmboden, der viel Wasser speichert und den Weinen von Martin Tesch dichte und kraftvolle Aromen mitgibt.

Ein weiterer Bonus für Martin Teschs Weine aus dem Löhrer Berg ist der Hundsrück mit seinen Wäldern im Norden. Sie schwächen das Eindringen kalter Luft aus dem Norden ab, so dass der Löhrer Berg ein richtig warmes Fleckchen ist.

Königsschild – königlich mineralische Weine

Südlich des Löhrer Berges findet sich die Lage Königsschild. Sie liegt dem Weingut Tesch am nächsten und wird von Martin Tesch in Flaschen mit markant blauen Kapseln und Etiketten verewigt. Der Name Königsschild leitet sich vermutlich von Karl dem Großen ab, der hier in der Ingelheimer Kurpfalz seine Winterresidenz hatte.

Abseits aller königlich-aristokratischen Ambitionen hat sich Martin Tesch in der Lage Königsschild ganz dem Riesling verschrieben. Hier findet man vor allem von Muschelkalk durchsetzten Lösslehm. Dieser Boden ist recht locker, so dass das Wasser hier schnell in tiefere Bodenschichten abfließt. Begierig arbeiten sich daher die Wurzeln der Reben dem Wasser folgend in die Tiefe. So kommt es, dass hier bis zu 15 Meter tiefe Wurzeln in der Erde stecken, die so ein Maximum an steiniger Mineralität absorbieren und in die Riesling-Beeren transportieren. Die erstklassige Ausrichtung des Weinberges sorgt hier nicht nur für perfekte Riesling-Trauben, sondern lässt auch Mango, Maracuja und Ananas gedeihen. Ausgerichtet ist das Königsschild nach Süden bis Südosten. Auf 15 Hektar wachsen die Reben bei leichter Neigung von 10 bis 30%.

Durch seinen Terroir-Fokus gelingt es Martin Tesch besonders gut die geschliffene Mineralität und florale Verspieltheit des Königsschildes in seinen Rieslingen einzufangen. Mit zunehmendem Alter tritt die jugendliche Frucht mehr in den Hintergrund und macht einer charakterstarken Mineralität und Tiefe Platz.

Krone – Riesling mit wehenden Fahnen

Die Krone ist eine weitere Lage, diesmal in Laubenheim, die Martin Tesch bewirtschaftet. Insgesamt hat sie 27 Hektar und ist nach Süden bis Südosten ausgerichtet. Auch wenn Sie direkt an den Löhrer Berg grenzt, so hat die Krone doch einen ganz eigenen Stil, dem Martin Tesch durch seine kompromisslose Kellerarbeit zu perfektem Ausdruck verhilft.

Erstmal ist da natürlich der Boden. Die Krone strotzt nur so vor verwittertem Sandstein und lockerem Lösslehm. Daher sickert hier das Wasser schnell in die Tiefe und zwingt die Reben mit ihren Wurzeln ebenfalls nach unten. Gerade in verregneten Jahren ist das ein Vorteil, da der Riesling somit keine nassen Füße bekommt. Ein weiterer Pluspunkt in schwierigen Jahren ist die exponierte Lage der Krone.

Während andernorts sich in feuchten Jahren bereits Pilze an Reben und Trauben zu schaffen machen, wird die Krone noch wirkungsvoll durch den Wind getrocknet. Auch in der Reifeperiode greift der Wind ein und lässt die Trauben in der Nacht gut abkühlen. So entwickelt der Tesch-Riesling in der Krone ein besonders kerniges Temperament und zeigen intensive Zitrusnoten.

Karthäuser – Rot wie die Flaschenkapsel

Der Karthäuser ist für Martin Tesch eine ganz besondere Lage, denn hier sorgt das Terroir für Theater. Natürlich im positiven Sinne, denn die Lage bildet einen Nach Südwesten geöffneten Talkessel der den Karthäuser wie ein antikes Theater wirken lässt. Wie von einem Hohlspiegel gebündelt, wärmt die Sonne Tag für Tag den roten Sandsteinboden auf, der mit großer Hingabe die Sonnenhitze speichert und im Laufe der Nacht abgibt. Auch sonst ist der Boden absolut ideal für feinsten Wein. Mineralisch und verwittert speichert er gerade genug Wasser für die Reben, ohne dass die Pflanzen dabei nasse Füße bekommen. So kann sich Martin Tesch ganz auf das Wesentliche konzentrieren und muss sich nicht sorgen, dass sein Riesling verdurstet oder ertrinkt.

Die Mönche waren schweigsam – der Tesch Karthäuser spricht!

Seinen Namen verdankt der Karthäuser dem berühmten Mönchsorden, der hier im Mittelalter ein Kloster besaß. Die weißgekleideten Mönche durchwanderten die Berge und widmeten sich der Kontemplation und dem stillen Gebet.

Das ganze Gegenteil von zurückgezogen und schweigsam sind die Tesch-Rieslinge aus dem Karthäuser. Sie gehen ihren eigenen Weg, was auch an den Eigenarten der Lage liegt. Da ist zuallererst die Frühe Traubenreife, durch den Kessel des Karthäusers bedingt.

Reife Trauben – ausdrucksstarke und harmonische Weine

So reifen Martin Teschs Trauben im Karthäuser besonders früh und lassen sich auch in schwierigen Jahren nicht bis in den Spätherbst betteln. Das Ergebnis sind geringe Säurewerte und besonders üppige und reife Aromen. Ihr Alter von etwa 27 Jahren sorgt für mineralische und komplexe Trauben, die Martin Tesch mit größter Sorgfalt verarbeitet.

Das Ergebnis ist mit dem Tesch Karthäuser Riesling ein Wein, der Platingelb im Glas leuchtet und allerlei üppige Noten von Zitrusfrüchten, Grapefruit, reifem Apfel und Physalis präsentiert. Mineralische Eindrücke schwingen dabei immer mit und geben dem Wein Tiefe und Charakter.

Am Gaumen erfreut der Tesch Karthäuser Riesling mit trockenem, hochelegantem und mineralischem Geschmack, feiner Frucht und beachtlicher Tiefe. Die Fruchtsäure gibt dem Wein nicht nur eine belebende Frische, sondern verleiht ihm auch ein gutes Reifepotenzial.
St. Remigiusberg – vulkanischer Boden